Qur-aan und Hadiith

بفهم السلف الصالح

Der Student des Wissens handelt mit Weisheit und feinen Manieren beim Umgang mit Gerüchten.

Bezüglich des Studenten des Wissens, der an erster Stelle steht, um die Gerüchteküche auf eine Art und Weise stillzulegen, die Weisheit und gute Manieren beinhaltet, und der nicht derjenige sein sollte, der Gerüchte verbreitet, beriet der Gelehrte Muhammad Ibn Saalih Al-‚Uthaymiin – rahimahu Allaah – seine Studenten mit folgenden Worten:

Und ich empfehle euch ebenso, eure Zeit nicht mit Beschimpfungen und Beleidigungen zu verschwenden. Nicht gegenüber dem allgemeinen Volk, und nicht gegenüber den Autoritäten unter den Gelehrten und der Führer.

Wir sagen: Jeder macht Fehler, daran gibt es keinen Zweifel. Und niemand ist davor geschützt, Fehler zu machen, außer dem, den Allaah – ‚azza wa jall – davor beschützt hat. Aber sollen wir die Fehler anderer als unsere Fehler auf uns nehmen?

Nein. Wenn jemand anderer als wir einen Fehler macht, dann bitten wir Allaah, ihn erfolgreich zu machen auf dem Weg zu dem, was korrekt ist. Und das ist das Höchste, was wir tun können, wenn wir nicht zu ihm gehen können, um ihm zu erklären, dass er sich im Irrtum befindet.

Und darum sage ich: Immer hören wir über So-und-so, dass er diese-und-jene Aussage machte, die wir als Fehler und nicht richtig ansehen. Aber akzeptieren wir das allein auf Basis dessen, was wir gehört haben und bilden uns deshalb eine Überzeugung über diesen Mann, von dem wir gehört haben, dass er dies gesagt haben soll?

Die Antwort: Du hörst über eine Person, sei es ein ‚Aalim (eine Person des Wissens) oder kein ‚Aalim, ein Amiir (Führer) oder kein Amiir, etwas, das du missbilligst. Entweder (missbilligst du es), weil du die Sache selbst missbilligst, oder weil du es missbilligst, dies von dieser Person getan zu sehen. So nimmst du das, was du auf diese Art gehört hast, im ersten Moment an?

Die Antwort: Nein. Also was ist dann deine Pflicht, zu tun?

Die Antwort: Deine erste Pflicht vor allem anderen ist es, die Korrektheit der Nachricht zu überprüfen. Denn es könnte sein, dass über eine Person etwas berichtet wird, was diese gar nicht getan oder gesagt hat. Also muss es sein, dass du als Erstes die Nachricht überprüfst.

Und ich gebe euch einen Grundsatz, den Schaykhu-l-Islaam – rahimahu Allaah – in seiner Zurückweisung der Raafidah in „Manhaaj As-Sunnah“ erwähnt hat: Wenn eine Aussage eines Raafidiyy erwähnt wurde, so sagte er erst als Antwort: „Ich möchte von dir die Authentizität dieser Information wissen.“
Und das ist richtig so. Denn wenn diese Information nicht korrekt ist, dann beruhigst du dich, du bist also zufriedengestellt.
Wenn du also über eine Person hörst, dass sie etwas getan hat, was verwerflich ist, dann überprüfst du als Erstes die Information.

Wenn die Angelegenheit dann für dich erwiesen ist, dass derjenige, der die Information überbracht hat, verlässlich ist und keine Begierden hatte (die ihn dazu verleiteten), dann obliegt dir die nächste Stufe. Und diese ist, zu überprüfen: Ist diese Aussage oder diese Tat (tatsächlich) etwas Schlechtes? So lange der Mann (der kritisiert wurde) für dich also eine Person des Guten ist, und es nicht möglich scheint, dass er dieses Übel getan hat, dann musst du überprüfen: Ist dies (diese Tat oder Aussage) wirklich etwas Verwerfliches?
Denn es könnte sein, dass man die Angelegenheit im ersten Moment als verwerflich ansieht, dann aber nach einer Bedenkzeit man doch erkennt, dass sie nicht verwerflich ist.
So oft hören wir über So-und-so oder So-und-so etwas, was uns eine Gänsehaut macht, und wovon die Seele abgeschreckt ist; dann, wenn wir uns beruhigt haben sehen wir, dass es doch nichts Verwerfliches ist.

Also ist es notwendig, dass man nachdenkt: Ist dies (diese Tat oder Aussage) verwerflich oder nicht verwerflich?

Dies sind die beiden Stufen: Überprüfung, als Erstes.

Dann folgt Überlegung und Nachdenken darüber, ob dies (diese Tat oder Aussage) verwerflich ist oder nicht.

Die dritte Stufe: Wenn du verifiziert hast, dass es etwas Verwerfliches ist, dann es obliegt dir, dass du dich mit der Person in Verbindung setzt, über die diese Nachricht berichtet wurde, und dass du zu ihr sagst: „Oh So-und-so! Mir wurde über dich dieses-und-jenes berichtet. Ist das korrekt?“
Denn viele unserer eifersüchtigen Brüder, wenn sie überzeugt sind, dass eine Aussage verwerflich ist, kommen zu demjenigen, dem diese Aussage oder Tat zugeschrieben wurde, und sagen zu ihm: „Wir haben über dich dieses-und-jenes gehört. Wie kannst du so etwas sagen? Wie kannst du so etwas tun?“
Na’uudhu bi Allaah (Wir suchen Zuflucht bei Allaah)! Ist dies respektvolles Verhalten?

Die Antwort: Nein. Besonders dann nicht, wenn die Person, die du ansprichst, älter ist als du.

So ist es deine Pflicht, zu ihm zu gehen und zu sagen: „Mir wurde über dich dies-und-jenes berichtet. Ist das korrekt?“
Und wenn du weißt, dass es korrekt ist, sagst du (trotzdem) zu ihm: „Ist das korrekt?“

Eventuell sagt er: „Ja, ich habe das gesagt.“ Dann sagst du zu ihm: „Möge Allaah dir Gutes geben, was war (deine) Absicht hinter dieser Aussage?“ Oder: „Was war deine Absicht hinter dieser Tat?“ – bevor du ein Urteil fällst, dass es etwas Verwerfliches ist.

Denn eventuell gibt es einen Beweis dafür, der dir verborgen geblieben ist. Oder er ist in einer Situation, die von ihm erfordert, diese Tat zu verrichten, aber du weißt das nicht.

Und so (geschah es) ‚Abdullaah ibn ‚Umar – radiy Allaahu ‚anhu, dass er vom Propheten – sallaa Allaahu ‚alaihi wa sallam – berichtete, wie eine Person im Gebet sitzen sollte. Dann sah ihn einer seiner Söhne mit gekreuzten Beinen sitzen, im Gegensatz zu dem, was er vom Gesandten berichtet hatte. So sagte er zu ihm: „Oh mein Vater, wie kann es sein, dass du mit gekreuzten Beinen sitzt?“
Er antwortete ihm: „Wahrlich, meine Beine sind nicht in der Lage, mich zu halten.“

Hat er nun eine Entschuldigung, gegen die Sunnah zu handeln, oder nicht?

Die Antwortet: Er hat eine Entschuldigung. Denn eventuell hat der Mann, dem diese verwerfliche Aussage oder missbilligte Tat zugeschrieben wurde, eine Entschuldigung, die ihn dazu veranlasste, diese Aussage zu machen oder diese Tat zu verrichten.

Doch diese Diskussion sollte mit guten Manieren und taktvoller Rede geschehen.
So wird dir dann entweder klar, dass er sich auf der Korrektheit befindet und du gibst auf, oder es wird dir nicht klar, dass er sich auf der Korrektheit befindet. Und damit hast du den Beweis über diesen Mann erbracht und bist deiner Verpflichtung nachgekommen.

Und wenn wir auf diese Art und Weise in unseren Angelegenheiten verfahren würden, dann wäre die Sache gut und die Ergebnisse lobenswert. Aber viele der Menschen sind froh, wenn sie etwas hören, womit sie So-und-so kritisieren können, und sie fliegen damit in die fernsten Länder, um es bekannt zu machen. Und das ist ein Problem, vor dem man auf der Hut sein muss oder von dem man sich fernhalten muss.

Wasaayaa wa Taujiihaat li Tullaabi-l-‚Ilm S.147 von Schaykh Muhammad ibn Saalih al-‘Uthaymiin – rahimahu Allaah

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Übersetzt von Maimuna Yvonne Bienas (http://www.quranundhadith.wordpress.com)

Englische Übersetzung: http://islamthestudyguides.com/2014/04/16/the-student-of-knowledge-acts-with-wisdom-and-fine-manners-when-dealing-with-rumours/

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Original S. 147 https://quranundhadith.files.wordpress.com/2014/05/1.jpg

S. 148 https://quranundhadith.files.wordpress.com/2014/05/2.jpg

S. 149 https://quranundhadith.files.wordpress.com/2014/05/3.jpg

S. 150 https://quranundhadith.files.wordpress.com/2014/05/4.jpg

 

 

 

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19. Mai 2014 - Posted by | Akhlaaq / Fiqh, Al-'Uthaymien, andere Sprachen, Arabisch العربية, Englisch, Gelehrte / Fataawaa / Zitate, Sprechen | ,

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