Qur-aan und Hadiith

بفهم السلف الصالح

Al-Kufr

Al-Kufr
Der Unglaube und seine verschiedenen Erscheinungsformen

Kufr“ ist grundsätzlich Unglaube in einen oder mehrere Glaubensgrundsätze im Islâm.

Die Glaubensgrundsätze bestehen aus dem Glauben an:

1) Allâh,
2) Seine Engel,
3) Seine Gesandten,
4) Seine geoffenbarten Bücher,
5) den Tag der Auferstehung,
6) Al-Qadar, die göttliche Vorherbestimmung (Schicksal, d.h. was immer Allâh bestimmt hat, wird sicher eintreffen).

Es gibt zwei Gesichtspunkte des Unglaubens:

(1) Der großen Unglauben. Dieser Punkt schließt jemanden komplett vom Islâm aus. Dieser große Unglauben hat fünf Arten:

a) „Al-Kufr at-Takdhîb“ (الكفر التكذيب). Dieser impliziert den Unglauben an die göttliche Wahrheit oder das Leugnen eines oder mehrerer Glaubensgrundsätze.

Allâh, Der Allmächtige, sagt: „Wer ist denn ungerechter, als wer gegen Allah lügt und die Wahrheit, wenn sie zu ihm kommt, für Lüge erklärt? Ist nicht in der Hölle ein Aufenthaltsort für die Ungläubigen?“ (Qur’ân 39:32)

b) „Al-Kufr al-Aba was-Takbara ma’at-Tasdîq“ (الكفر الإباء والاستكبار مع التصديق). Dieser impliziert die Weigerung und den Stolz, sich Allâhs Befehlen zu beugen, nachdem man von deren Wahrheit überzeugt ist.

Allâh, Der Allmächtige, sagt: „Und als Wir zu den Engeln sagten: „Werft euch vor Adam nieder!“ Da warfen sie sich nieder, außer Iblis. Er weigerte sich und verhielt sich hochmütig und gehörte zu den Ungläubigen.“ (Qur’ân 2:34)

c) „Al-Kufr Asch-Schak wa az-Zan“ (الكفر الشك والظن). Dieser impliziert Zweifel oder Mangel an Überzeugung an die sechs Glaubensgrundsätze.

Allâh, Der Allmächtige, sagt: „Und er betrat seinen Garten, während er sich selbst Unrecht tat. Er sagte: „Ich glaube nicht, daß dieser (Garten) jemals zugrunde gehen wird, und ich glaube nicht, daß die Stunde (des Gerichts) sich einstellen wird. Und wenn ich zu meinem Herrn zurückgebracht werde, werde ich ganz gewiß etwas Besseres als ihn als Rückzugsort finden.“ Sein Gefährte sagte zu ihm, während er sich mit ihm unterhielt: „Verleugnest du denn Denjenigen, Der dich aus Erde, hierauf aus einem Samentropfen erschaffen und hierauf dich zu einem Mann geformt hat? Aber, was mich betrifft: Er, Allah, ist mein Herr, und ich geselle meinem Herrn niemanden bei.“ (Qur’ân 18:35-38)

d) „Al-Kufr al-I’râd“ (الكفر الإعراض). Dieser impliziert die wissentliche Abwendung von der Wahrheit oder das Abweichen von den deutlischen Zeichen, welche Allâh geoffenbart hat.

Allâh, Der Allmächtige, sagt: „Wir haben die Himmel und die Erde und was dazwischen ist nur in Wahrheit und (auf) eine festgesetzte Frist erschaffen. Aber diejenigen, die ungläubig sind, wenden sich von dem ab, wovor sie gewarnt werden.“ (Qur’ân 46:3)

e) „Al-Kufr an-Nifâq“ (الكفر النفاق). Dieser impliziert heuchlerischen Unglauben.

Allâh, Der Allmächtige, sagt: „Sie haben sich ihre Eide zu einem Schutzschirm genommen und halten so von Allahs Weg ab. Gewiß, wie böse ist, was sie zu tun pflegen. Dies, weil sie (zuerst) gläubig gewesen, hierauf aber ungläubig geworden sind. Da wurden ihre Herzen versiegelt; so verstehen sie nicht.“ (Qur’ân 63:2-3)

(2) Der kleine Unglauben (الكفر الاصغر). Dieser Punkt des Unglaubens schließt jemanden nicht vom Islâm aus. Er wird auch „Al-Kufr an-Ni’mah“ (الكفر النعمة) genannt. Dieser impliziert Unglauben, der sich in Undankbarkeit für Allâhs Segen und Gnade manifestiert.

Allâh, Der Allmächtige, sagt: „Allah prägt das Gleichnis einer Stadt, die Sicherheit und Ruhe genoß; ihre Versorgung kam zu ihr reichlich von überall her. Da wurde sie gegenüber den Gnaden Allahs undankbar. So ließ sie Allah das Kleid des Hungers und der Angst erleiden für das, was sie machten.“ (Qur’ân 16:112)

übersetzt von Y. M. Bienas aus „The Translation of the meanings of Al-Lu‘ Lu‘ Wal-Marjan“ von Dr. Muhammad Muhsin Khan

29. November 2012 Posted by | 'Ibaadah, Akhlaaq / Fiqh, Aqidah / Manhaj, Begriffserklärung, Engel, Gelehrte / Fataawaa / Zitate, Imaan, Qur-aan, Tauhid, Yaumu-l-Qiyaamah (der "Tag der Auferstehung") | , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Ein paar bescheidene Worte zum Salam

Bismillah Ar Rahmaan Ar Rahiim

Allgemeines zum Salam:

1)

Der Prophet صلى الله عليه وسلم sagte: „Ihr werdet das Paradies nicht betreten solange, bis ihr Iman verinnerlicht, und ihr werdet keinen Iman verinnerlichen solange, bis ihr euch liebt, soll ich euch nicht eine Sache eigen sein die, wenn ihr sie tut, ihr euch lieben werdet? Verbreitet den Salam unter euch.

2)

In Kitab al Iman aus Sahih al Bukhary wird der Prophet صلى الله عليه وسلم von einem Mann gefragt, was am vorzüglichsten ist von den Taten eines Muslims, so sagte er: „Dass du Essen ausgibst und den Salam verliest an den, den du kennst und den du nicht kennst.

As Salaam ist ein Name von Allah سبحانه و تعالى, desswegen ist die Übersetzung „Friede sei mit dir“ nicht ganz korrekt. Wer Näheres dazu wissen möchte, möge sich auf die Erläuterung zu Kitab at Tauhiid von Muhammad ibn abd al Wahhab beziehen.

3)

وَإِذَا حُيِّيتُم بِتَحِيَّةٍ فَحَيُّوا بِأَحْسَنَ مِنْهَا أَوْ رُ‌دُّوهَا ۗ إِنَّ اللَّـهَ كَانَ عَلَىٰ كُلِّ شَيْءٍ حَسِيبً

Und wenn ihr mit einem Gruß gegrüßt werdet, dann grüßt zurück mit einem Besseren als ihm, oder gebt ihn in gleicher Weise zurück. Gewiß, ALLAH bleibt immer über alles Zur-Rechenschaft-Ziehender. (4:86)

Diese Ayah ist in Befehlsform formuliert und die Grundlage in Usul al Fiqh lautet „al asl fii al amr al wujuub“ („Grundlegend gilt für den Befehl, das er als Pflicht anzusehen ist.„) und ein Befehl wird nicht vom Wajib zum Mustahabb, außer mit einem anderen Beweis, der diesen erklärt, denn eine Ayah wird erklärt entweder: Mit einer anderen Ayah, mit einem authentischen Hadith, mit den Aussagen der Sahaba oder der Tabi´in, so wie Sheikh al Islam Ibn Taymiyyah es in Muqaddimah fii usul at Tafseer verdeutlicht.

Gleiches gilt auch für das Erläutern von Hadithen, wobei ein Hadith jedoch nicht mit einer Ayah erklärt wird. Dies geschieht stets anderst herum. „Die Sunnah erklärt den Quraan und verdeutlicht ihn und berichtet von ihm.“ (Usul as sunnah von Imam Ahmad)

Somit ist das Erwiedern des Salam eine Pflicht, und das Hinzufügen von „wa rahmatullahi und wa barakaatuhu“ und „wa maghfiratuhu“ jeweils von der Schönheit, wofür es noch mehr Belohnung gibt.

Im Weiteren ist zu erwähnen, dass es sich bei dem Salam aus islamischer sicht ohne Zweifel um eine Ibadah handelt. Auf die zahlreichen Beweise, was das Befolgen der Sunnah und das Fernhalten von Bid´ah anbetrifft, werde ich hier nicht eingehen, da dies zu viel wäre, jedoch ist ein einziger Hadith den wir bei jeder Ibadah als Waagschale des äußerlichen Handelns verwenden sollten, sehr relevant. Es ist der Hadith in sahih muslim von Aysha رضي الله عنها, in welchemd der Prophet صلى الله عليه وسلم sagt: „Wer eine Tat tut, die nicht von uns ist, wird diese abgelehnt bekommen„. Somit haben wir den Salam so zu verrichten, wie es in der Sunnah überliefert ist, ohne Hinzufügungen, die keine Grundlagen in der Religion haben, und ebenfalls ohne Kürzungen, da einige denken, das alleinige Begrüßen mit „Salam“ wäre ausreichend. Dies ist nicht die islamische Begrüßung, die der Prophet صلى الله عليه وسلم uns lehrte, und ist somit 1) abzulehnen, 2) ohne Belohnung, 3) als praktizierende Muslime obligt es uns, darauf hinzuweisen, den Salam richtig zu verrichten, genauso wie es uns obligt, darauf hinzuweisen, das Gebet richtig zu verrichten.

Kommen wir nun zu einigen Überlieferungen, die den Ausspruch des Salam direkt erwähnen, so dass wir uns daran halten und nicht Übertreten.

1) يا عائشُ ، هذا جبريلُ يقرئكِ السَّلامَ . فقلتُ : وعليهِ السَّلامُ ورحمةُ اللَّهِ وبركاتُهُ ، ترى ما لا أرى . تريدُ رسولَ اللَّهِ صلَّى اللهُ عليهِ وسلَّمَ .

In Sahih al Bukhary 3768 sagt der Prophet صلى الله عليه وسلم zu Aysha رضي الله عنها : „Ya Aish, dies ist Jibriil, welcher die den Salam übermittelt.“ So sagte ich (Aysha رضي الله عنها ): „Wa alyhi as salaam wa rahmetullahi wa barakaathu, du siehst was ich nicht sehe.“, sie meint den Gesandten Allahs صلى الله عليه وسلم.

2) Ein weiterer Beweis liegt in dem Duaa, den wir bei jedem der Gebete im Tashahhud machen, in welchem vorkommt „As salaamu Ala an nabii wa rahmetullahi wa barakaatuhu„. (der Hadith ist bei Bukhary und einer vielzahl von anderen überliefert)

Somit ist die Zufügung von „Rahmatullah und Barakaatuhu“ sowohl im Geben als auch Erwiedern des Salaams durch die Sunnah gefestigt.

Was aber die Zufügung von „wa maghfiratuhu“ anbetrifft, so ist dies lediglich im Erwiedern des Salaams erwähnt ,was auch von Sheikh al Albani in einem der Aufnamen aus Silsilat al Hudaa wa an Nuur entgeht.

3) Von ibn Abbas wird überliefert, das er sagte : „Als der Prophet صلى الله عليه وسلم uns den Salam überbrachte sagten wir: Wa aleyka as salaam wa rahmetullahi wa barakaathu wa Maghfiratuhu.“ (Silsilat al ahaadiith as sahiihah von sheikh al Albani)

Was die Grundlagen der Hadithwissenschaft anbetrifft, so handelt es sich hierbei um einen Marfu´ Hadith (Hadith der zum Propheten صلى الله عليه وسلم zurückführt durch: Seinen Ausspruch, Tat, Zustimmung durch schweigendes Passieren lassen einer bestimmten Handlung, oder Eigenschaft). In diesem Falle ist es eine Sunnah taqririyyah, das bedeutet der Prophet صلى الله عليه وسلم sah etwas bzw. hörte es und äusserte sich nicht kritisch dazu. Somit ist davon auszugehen, dass es eine gute Sache ist im Islam, wenn dem nämlich nicht so wäre, wäre der Gesandte Allahs صلى الله عليه وسلم verpflichtet gewesen, dies zu unterbinden.

Außer diesem Hadith sind, was die Zufügung von „maghfiratuhu“ anbetrifft, keine authentischen Quellen vorzufinden. Desshalb bleiben wir, wenn wir uns an die am Anfang erwähnte Regel bezüglich der Ibadah allgemein halten, dabei, dass wir die Zufügung „wa maghfiratuhu“ ausschliesslich in der Antwort, nicht aber im Beginnen des Salams verwenden.

Was zuletzt die Hasanaat anbetrifft, die man für jeden Teil dieser Zufügungen des Salaams bekommt, so bekommt man für jede dieser Hinzufügungenvon zehn bis zu siebenhundertfacher und mehr Belohnung aufgrund des Hadithes in Sahih al Bukhary: „… Wer vor hat, eine Gute Tat zu tun, diese aber nicht tut, so schreibt Allah ihm hierfür bei ihm eine komplette gute Tat auf, und wenn er vor hat eine gute Tat zu tun, sodann diese ausführt so schreibt Allah ihm diese als zehn gute Taten, bis zu siebenhundert gute Taten, bis zu vielen mehr …“

Autor und Übersetzer: Abu Musa Abdul Wahab

29. November 2012 Posted by | 'Ibaadah, Ahaadiith, Akhlaaq / Fiqh, Begriffserklärung, Bid'ah/Erneuerung, Du'aa (Bittgebete), Engel, Imaan, Qur-aan, Sprechen | , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wird jemand, der Muslim zum Kafir erklärt selbst Kafir?

Frage:

Es kommt ein Hadith vor: „Wer einen Muslim zum Kafir erklärt, ist ungläubig geworden.“ Wird also derjenige, der einen Muslim zum Kafir erklärt, selber zum abtrünnigen Kafir?

Oder dient dieser Hadith nur zur Warnung von dem unrechtmäßigen Takfir auf einen Muslim?

Antwort:

Mir ist die Authentizität (dieses Hadith) nicht bekannt, jedoch stimmt die Bedeutung. Der Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagte: „Wer zu seinem Bruder sagt: „du Kafir“, so fällt dies auf einen von beiden zurück.“ (Bukhari)

Das bedeutet, wenn das Gesagte nicht wahr ist, kehrt es auf den zurück, der es sagte. Es ist also nicht erlaubt, dass ein Muslim seinen Bruder zum Kafir erklärt oder zu ihm sagt: „O Feind Allahs!“, oder „O Sünder!“ außer mit Beweis.

Wer seinen Bruder des Unglaubens bezichtigt, während dies nicht so ist, so kehrt das gesagte auf den Sagenden zurück. Und die Bedeutung ist die Warnung, (und) nicht dass dies Kufr Akbar (großer Unglaube) ist. Sondern die Warnung vor diesen üblen Worten und dass der Sagende in großer Gefahr ist, wenn er dies zu seinem Bruder sagt. Man soll also seine Zunge hüten und nur mit Einsicht sprechen.

Shaykh Abdulaziz Ibn Baz, rahimahullah

Aus einer Audioaufnahme des Shaykhes

http://www.islamfatwa.de

29. November 2012 Posted by | Ahaadiith, Akhlaaq / Fiqh, Aqidah / Manhaj, Gelehrte / Fataawaa / Zitate, Ibn Baaz, Imaan, Sprechen | , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Meinung 2: Unterlassung des Gebets ist nicht immer Kufr

Frage:

„Was ist das Urteil über eine Person, die das Gebet unterlässt?
Und was ist der Unterschied zwischen al-kufr ul-`amali (Kufr der Taten) und al-kufr ul-itiqadi (Kufr des Glaubens)?“

Antwort:

„Derjenige, der das Gebet unterlässt, befindet sich in einer von zwei Situationen: entweder er glaubt an die Verpflichtung  desGebets, oder er leugnet die Verpflichtung des Gebets. Was den zweiten Punkt anbelangt (Leugnung der Verpflichtung), ist er ein Ungläubiger (Kafir) gemäß dem Konsens der Muslime. Das gilt auch, wenn jemand irgendeine andere Angelegenheit in der Religion leugnet, worüber ein Muslim nicht unwissend sein kann – wie beispielsweise das Leugnen der Verpflichtung des Fastens, Hajj oder was auch immer unter den Muslimen als unumgängliche religiöse Angelegenheit bekannt ist – dann ist er ein Ungläubiger.

Also gibt es über folgenden Punkt keine Meinungsverschiedenheit: Wer auch immer die Verpflichtung des Gebets leugnet, ist ein Ungläubiger.

Aber wenn es jemanden gibt, der die Verpflichtung des Gebets nicht leugnet und die Verpflichtung anerkennt, aber er betet nicht – vielleicht betet er gar nicht oder vielleicht betet er nur manchmal – wenn wir in diesem Fall über diese Person sagen würden, er hat (großen) Unglauben begangen, würde diese Aussage nicht auf ihn zutreffen, weil Unglaube (Kufr) kommt durch Leugnen (einer Angelegenheit im Islam) und er ist nicht eine Person, die die Verpflichtung des Gebets leugnet, wie Allah, der Allerhöchste, in Bezug auf die Ungläubigen sagt: „Und sie verwarfen sie (die Ayat) …, während ihre Seelen doch von ihnen überzeugt waren.“ (An-Naml, 14)

Wenn wir nun als Beispiel jemanden unter den Leuten wählen, der nicht betet, aber wenn er gefragt wird: „Warum betest du nicht, mein Bruder?“, dieser antwortet: „Allah wird mir vergeben, bei Allah, die weltlichen Angelegenheiten beschäftigen mich sehr, die Kinder beschäftigen mich sehr“ und Antworten dieser Art sind natürlich keine Entschuldigung für ihn, aber sie zeigen uns den Nutzen, den wir nicht wussten, weil wir nicht wissen können, was in seinem Herzen ist. Er zeigt uns den Nutzen, dass der Mann an die Verpflichtung des Gebets glaubt, was nicht der Fall sein würde, wenn die Antwort folgende gewesen wäre: „O mein Bruder, die Zeit, Gebete zu verrichten, ist vorüber. Dies war zu einer Zeit (Pflicht), als die Menschen nicht gebildet waren, sie waren nicht rein und hatten eine spezifische, natürliche Reinging nötig; Reinigung und Übung, aber jetzt ist diese Zeit vorbei. Jetzt gibt es neue Wege, die uns vom Gebet befreien.“ Dieser Mann ist ungläubig und „dessen Herberge Jahannam – Und schlimm ist das Ende!“ (Al-Imran, 162)

Wenn die Antwort wie im ersten Falle ist, wie: „Allah wird uns vergeben, möge Allah die Schayatin verfluchen“, zeigt uns diese Art von Antwort, dass der Mann die Verpflichtung des Gebets nicht leugnet und wenn wir sagen, dass er ein Ungläubiger ist, würden wir der Realität widersprechen, weil der Mann ein Gläubiger ist; Er glaubt an die Verpflichtung des Gebets und an die Angelegenheiten im Islam. Wie können wir ihn dann zum Ungläubigen erklären?
Deswegen sagen wir, dass es keinen Unterschied gibt zwischen jemandem, der das Gebet unterlässt und jemandem, der nicht fastet oder die Hajj nicht vollzieht oder irgendeine andere Handlung im Islam unterlässt – es gibt keinen Unterschied in Bezug auf ihr Urteil, ob sie zum Ungläubigen erklärt werden oder nicht.

Wann ist er ein Ungläubiger? Wenn er leugnet.
Wann ist er ein Gläubiger? Wenn er glaubt. So ist es gemäß dem Konsens der Gelehrten nicht erlaubt, jemanden, der glaubt, zum Ungläubigen zu erklären.

Auch sind viele Überlieferungen gekommen, wie: „(Allah wird sagen:) Lasst jeden in Jannah eintreten, der aufrichtig ‚La ilaha illallah‘ sagte, während er keine gute Tat vorzuweisen hat, außer im Gewicht eines Atoms, aber sein Glaube hat das Gewicht eines Atoms, also wird dieser Glaube (Iman) ihn davon abhalten, für immer in Jahannam zu verweilen und er wird das Paradies betreten, auch wenn er davor ein schwarzes Stück Kohle war.“ (Sahih al-Bukhari #7439, #7510, #6560; Sahih at-Targhib #3639, #3641)

Dies ist jemand, der bezeugt, dass niemand würdig ist, angebetet zu werden, außer Allah und er glaubt an Allah und was von Allah und Seinem Gesandten gekommen ist, aber er betet nicht oder fastet nicht oder vollzieht die Hajj nicht oder ähnliches, oder er stiehlt oder begeht Unzucht – es gibt keinen Unterschied zwischen diesen Taten in Bezug auf das Ausmaß des Kufr der Taten im Vergleich zum Ausmaß des Kufr des Glaubens (aufgrund seines Glaubens fallen diese unerlaubten Taten nicht unter die Kategorie des Kufr im Glauben/ großen Kufr).

Beispiel: Ein Mann begeht Unzucht. Erklären wir ihn zum Ungläubigen? Du wirst nein sagen. Ich werde nein sagen. Sei nicht hastig. Wir müssen schauen, ob er Zina als verboten ansieht oder ob er, wie einige Ignorante es tun, sagt: „Es gibt kein Haram und kein Halal“. Wenn er solch eine Aussage bringt, dann ist er ungläubig. Genauso wie jemand, der stiehlt oder eine andere Sünde begeht – beispielsweise, derjenige, der über andere lästert und wir zu ihm sagen: „Fürchte Allah, der Gesandte Allahs sallallahu alaihi wa sallam hat gesagt: ‚Lästern ist, wenn du über deinen Bruder etwas sagst, was er nicht möchte.‘ “ und der Mann, (der lästert,) daraufhin sagt: „Es gibt kein ,Der Gesandte hat gesagt‘ oder Ähnliches“, dann hat er Unglauben begangen.

In diesem Fall gilt das gleiche Urteil über alle islamischen Angelegenheiten, unabhängig davon, ob es verpflichtende Taten sind oder ob es um verbotene Dinge geht, von denen wir uns fern halten müssen. Und wenn jemand irgendeine verbotene Tat in seinem Herzen als erlaubt ansieht, dann ist er ungläubig. Aber wenn er eine verbotene Tat begeht und daran glaubt, dass es haram ist, dann ist er nicht ungläubig. Also gibt es keinen Unterschied bei den islamischen Angelegenheiten, egal ob es Verpflichtungen oder Verbote sind. Die Verpflichtungen müssen ausgeführt werden und es ist nicht erlaubt, diese zu unterlassen, aber wer auch immer diese aus Faulheit unterlässt, dann ist es nicht erlaubt, diesen als Ungläubigen zu bezeichnen. Wer diese Verpflichtung unterlässt, weil er diese leugnet, hat Unglauben begangen. Genauso wie jemand, der eine verbotene Sache als erlaubt ansieht.

Hadith Nr. 87
Von Hudhaifa bin al-Yaman wird berichtet, dass der Prophet sallallahu alaihi wa sallam sagte: “Der Islam wird verblassen, so wie die Dekoration auf Gewändern ausbleicht, bis niemand mehr wissen wird, was Fasten, Gebet, die Rituale des Hajj oder Sadaqa ist. Und das Buch Allahs wird (von den Mushafs und den Brüsten der Menschen) entzogen werden, und nicht einmal eine Ayah wird auf der Erde übrig bleiben. Und Gruppen von (alten) Menschen werden zurückbleiben, die sagen werden: ‚Wir hörten unsere Vorväter sagen: ‚La ilaha illallah‘, also sagen wir es auch.‘“ Dann sagte Silah bin Zufar zu Hudhaifa: „Was wird ‚La ilaha illallah‘ ihnen nutzen, wenn sie nicht einmal wissen, was Gebet, Fasten, die Rituale des Hajj oder Sadaqa ist?“ Hudhaifa wandte sich von ihm ab. Dann wiederholte Silah seine Aussage drei Mal und jedes Mal wandte sich Hudhaifa von ihm ab. Dann drehte Hudhaifa sich zu Silah und sagte ihm drei Mal: „O Silah! Dies wird sie vor dem Höllenfeuer retten.“ (Sahih ibn Majah #3289)

Der Kommentar von Scheikh Albaani:
Diese Überlieferung beinhaltet einen wichtigen Punkt des Fiqh, welcher ist, dass derjenige, der bezeugt, dass niemand würdig ist, angebetet zu werden außer Allah, sicher davor ist, für immer in Jahannam zu verweilen, selbst wenn dieser keine einzige der Säulen des Islam erfüllt, wie das Gebet usw. Und es ist bekannt, dass die Gelehrten einen Unterschied zwischen jemandem machen, der das Gebet unterlässt, aber an die Verpflichtung glaubt. Die Mehrheit der Gelehrten ist der Meinung, dass er dadurch keinen Kufr begangen hat, aber ungehorsam gegenüber Allah war; und Imam Ahmad war – gemäß einer Überlieferung – der Meinung, dass derjenige (der das Gebet unterlässt) Unglaube begangen hat und dass er umgebracht werden muss aufgrund von Abtrünnigkeit und nicht als eine verordnete Strafe. Und es wird authentisch von den Gefährten überliefert, dass sie kein Unterlassen einer Tat als Unglauben angesehen haben, außer dem Unterlassen des Gebets. At-Tirmidhi und al-Hakim überlieferten dies. Und ich glaube, dass die korrekte Ansicht die Meinung der Mehrheit der Gelehrten ist; und was von den Gefährten berichtet wurde, zeigt nicht eindeutig, dass sie damit den Unglauben meinen, der einen für immer ins Höllenfeuer bringt und der es einem unmöglich macht, dass Allah einem vergibt. Wie kann das sein, wenn Hudhaifa bin al-Yaman, der einer der früheren Gefährten war, diese Antwort Silah bin Zufar gab, der die Angelegenheit genauso wie Ahmad verstanden hat? Silah sagte: „Was wird ‚La ilaha illallah‘ ihnen nutzen, wenn sie nicht wissen, was das Gebet ist …“ und Hudhaifa antwortete drei Mal, nachdem er sich von ihm abgewandt hatte: „Oh Silah, dies wird sie vor dem Höllenfeuer bewahren.“ Dies ist eine klare Aussage von Hudhaifa radhiallahu anhu, dass derjenige, der das Gebet unterlässt (aber trotzdem an seine Verpflichtung glaubt), kein Kafir ist, sondern ein Muslim, der vor dem ewigen Höllenfeuer bewahrt ist.

Scheikh al-Albaani, rahimahullah

Silsilat ul-huda wan-nur, Tape Nr. 8; Weiterführende Lese-Empfehlung: Silsilat ul-huda wan-nur, Tape Nr. 81

Anmerkung: siehe auch: Meinung 1: Unterlassung das Gebets ist Kufr

http://www.islamfatwa.de

29. November 2012 Posted by | 'Ibaadah, Ahaadiith, Akhlaaq / Fiqh, Al-Albaaniyy, Aqidah / Manhaj, Begriffserklärung, Das Gebet (Salaah), Gelehrte / Fataawaa / Zitate, Qur-aan, Tauhid | , , | Hinterlasse einen Kommentar